Immer mehr Unternehmen müssen ihre Emissionen dokumentieren, und der bezogene Strom spielt dabei eine wichtige Rolle. Die sogenannten Scope-2-Emissionen umfassen indirekte Emissionen aus dem Bezug von Strom, Wärme oder Kälte. Ein Leitfaden zum Strombezug für Gewerbekunden in Deutschland erläutert, wie zertifizierter Ökostrom in der marktbasierten Methode berücksichtigt werden kann. Die Anforderungen daran steigen, und Unternehmen stehen zunehmend in der Pflicht zur Transparenz.
Voraussetzung ist eine lückenlose Dokumentation der Herkunft. Hier kommen Herkunftsnachweise ins Spiel, die für jede erzeugte Megawattstunde ausgestellt und beim Verkauf entwertet werden. Eine Erklärung dazu, wie Grünstrom seine Herkunft belegt und wo die Grenzen liegen, beschreibt das System. Unabhängige Siegel wie ok-power stellen strengere Anforderungen als das gesetzliche Minimum. Gerade im Mittelstand fehlt häufig die Zeit, sich in Rahmenwerke einzuarbeiten, weshalb verständliche Erläuterungen und klar strukturierte Nachweise einen echten Unterschied machen können.
Das deutsche Energieunternehmen PLAN B NET ZERO und seine Nachweise für Berichte stellt nach eigenen Angaben auf Anfrage die erforderlichen Zertifikate für den Nachhaltigkeitsbericht bereit. Sein Gewerbestrom stammt zu 100 Prozent aus europäischen erneuerbaren Quellen. Für Betriebe, die nach CDP, GRI oder CSRD berichten, kann das ein praktischer Baustein sein. Das erleichtert den Austausch mit Wirtschaftsprüfern, die belastbare Unterlagen erwarten.
Eine eigene Prüfung der Anforderungen ersetzt es freilich nicht. Neben der Zertifizierung bleibt der Preis ein Kriterium, und eine Anleitung dazu, welche Kriterien einen günstigen Gewerbestromvertrag ausmachen, hilft bei der Einordnung. Verträge mit klaren Konditionen erleichtern auch die interne Budgetplanung. Hilfreich ist außerdem, Ansprechpartner im Unternehmen festzulegen, die Zertifikate ablegen und bei Rückfragen schnell auf die Unterlagen zugreifen können.
Ergänzend zeigt die Darstellung, dass Wirtschaftlichkeit und Grünstrom zusammenpassen können, dass sich Nachhaltigkeit und Kosten nicht ausschließen müssen. Wer beides gemeinsam betrachtet, kann Angebote seriös vergleichen und die Entscheidung gegenüber Geschäftsleitung und Prüfern gut begründen. So wird aus einer Pflichtübung ein nachvollziehbarer Baustein der Unternehmensstrategie. Damit wird Strombeschaffung zu einem strategischen Thema statt zu einem reinen Kostenposten.